Rostock Griffins vs Tollense Sharks 16:26



Normalerweise würde ich nun nett sein und was tolles schreiben.... wir haben uns auf der Rückfahrt lange unterhalten, mein Left Tackle und ich...
Er sagte, mach es wie früher Dicker! Und ich brauchte auch ein paar Tage um all das sacken zu lassen.
Auch nach dem Anruf, nach dem Spiel, welches irrational und wirr und voller Enttäuschung und Missverständnis war.
Es ging nicht um irgendein Spiel, nicht um irgendeinen Bowl, eine Bowl, also ein Pokal,der ja nicht einmal da war!
Ich wette er wäre dagewesen, also er wäre verliehen worden, wenn die Gastgeber nur 11 Punkte mehr gemacht hätten.
Also das erste, was ich in Rostock hörte, nachdem ich mich gute 30 km verfahren hatte, war, hier dürft ihr nicht stehen mit den Autos,
hier parken unsere Gäste! Komisch, das an unseren Kabinen "GÄSTE" stand.
Ich parkte also, nachdem ich meinem inneren Drang nach, eine Barriere wegräumte,
um die vielen Teamstuff Sachen aus dem Bus nicht 200 m schleppen zu müssen, vor dem Stadion.
Ich packte aus, sah kurz Artos, der früher mal bei uns spielte und begrüsste ihn! Cooler Typ!
Dann fuhr ich gehorsam der Aufforderung folgend, die 200 m zum angewiesenen Parkplatz, nicht ohne den Jungs von uns,
die auf den "Gäste" Stellplatz ausluden, wegzuscheuchen und mir folgen zu lassen.
In der Kabine sah ich Matze Dittmann wieder, von dem mir 2 Tage vorher Leute erzählten, er könne gar nicht mitspielen.
Cooler, schneller, harter Typ, der früher mal bei uns spielte.Aber irgendwie nicht mit dem Leben bei uns klar kam.
Nach 20 Minuten sah ich ein tolles Stadion und meinen Freund Michi, der Stadionsprecher bei uns .... ist.
Ich traf Spieler von früher, die sich aufs Spiel freuten und meinen Freund Putzi.
Er sagte: "...is komisch gegen Brüder zu spielen!" Ich sagte: "Stiefbrüder!"
Es war irgendwie anders. Es war ein Spannung bei den Sharks feststellbar. Jemand, der nicht mehr bei den Rostockern spielt, sagte,
"Neid ist auch eine Form der Anerkennung!". Und so sah ich das Spiel von Beginn an mit anderen Augen.
Ich sah meinen Kapitän Mario Baierl, der wie ein hungriger Wolf, den Einlauf der Griffins betrachtete. Bützow,
der mit Sorgenfalten seine Spielzüge studierte und Matze Schöppke, der einfach mal kurz nur so auf das Grün starrte.
Ich traf den Ref der auch Präsi des Landesverbandes ist, sah dessen Blick zum Himmel und wusste mit ihm, das es nass werden würde.
Gespannte Augen im Schwarm, als ein Haufen AMis und Ex Spieler aufgerufen wurden, von meinem Freund und unserem Stadionsprecher.
Wie gesagt, es war irgendwie anders. Dieses Spiel! Und es begann anders. Zerfahren und gegen uns. Aber ich spürte auch meine Jungs anders.
Denn ich stand draussen, war nicht Starter. Bin halt alt, fett und faul. Und andere sind jung und heiss. Und heiss waren sie. Hannes!
Unser Quarterback.. Der aus der Jugend kam, von den Flags am Anfang sogar! Der Hannes, der seinen Schweiss als Kühlmittel abfüllen könnte!
Er hat den "2 Feet in the Face Block" erfunden! Er warf rechts auf dem Feld stehend eine Hammer Bombe auf die linke Seite auf Toffi
Christoph, der schon als Flaggie die Bälle fing! Er machte den Touch Down. Den Touch Down für die Sharks- sein Team.
Nachdem er ein Giant, viele Jahre stolz ein Phantom und nun ein ganz böser Fisch war. Guter Junge, der immer noch manchmal
komische Sachen macht. Dann sah nich unsere Defense auf dem Feld, das härteste was ich kenne! Georg Burmeister, ein Klumpen Muskeln um die 2 Meter,
der seit 2 Jahren silbrig fischig glänzt. Wolff, der unnachgibig hart durch die Offense Line fegt. Keiper, der Fels in der Brandung. Mein Team.
Schöppke, Markus, Bohne, Raik, Basti, Benny, Ehle, Eule, Mattes, Micha, Nuckel, Yves, Scooter und Paul. Alles Phantoms und gar Flaggies.
Unsere Jungs. Paul gar im Spiel gegen seinen Bruder Daniel, der bei den Griffins auflief. Komische Sache. Meint Putzi das mit Brüder?
Die weiteren Touch Downs, alle von Mecklenburger Jungs, Punkte für Mecklenburg. Egal wo sie mal spielen werden!
Als ich auf dem Feld war, sah ich was die Jungs mit dirrrrrrrty meinten, als sie vom Feld kamen. Nicht das Wetter. Es war schmutzig!
Nicht rein, nicht ehrlich. Wir hörten Michi die Rostocker anfeuern, ich hörte Namen von Spielern, denen ich als Jugendcoach meine Freizeit und mehr schenkte.
Ich hörte noch die Radio Jungles, in denen von einer Nummer Eins gesprochen wurde. Zur Halbzeit sah ich in Augen die wild waren, zornig, wütend!
Warum? Weil wir nicht so sind! Nicht so. Wir brauchen keine Radio Spots um mit stolz geschwellter Brust zum Spiel zu fahren. Wir brauchen keine
eingekauften Cheerleader, keine eingekauften Jungs. Keine Amis! Wir sind die Tollense Sharks seit 1990! Ich selbst bin auch erst seit 17 Jahren dabei.
Mein Kapitän seit Anfang an. Und ich halte es mit ihm. Mit seinem Stil, mit unserem Stil. Hart, unnachgibig, ehrlich. Und wenn ich irgendwen nicht
kenne, der das Spiel eröffnet, dann sage ich es auch! Und wenn ich es nicht gut finde auch! Und so habe ich die Jungs immer gecoacht, von Anfang an!
So wie Bützow, Holli und Seemann auch sind. Auch wenn es mal weh tut. Denn so sind wir. Besser so!

Wir haben 2 Jahre gewartet, auf mein Drängen, bis wir uns in nem Hammer Spiel gegen Wernigerode den erneuten Aufstieg
erneut als bestes Team in dei Regionalliga verdient hatten. Mit einem stärkeren Kader! Mit unseren Jungs, von den Phantoms und Giants.
Und wir sind noch nie abgestiegen! Wollen wir auch nicht! Und das werden wir auch dieses Jahr nicht!
Mit einem Mal soll es ein Rückspiel im Bowl um die Krone in Mecklenburg geben. Nachdem man uns schon nicht fragte,
ob wir das Spiel in Rostock als Bowl sehen würden, legt man das Spiel in unserem Stadion als Rückspiel fest.

Die Krone in Mecklenburg?

Die können wir gar nicht mehr gewinnen, die haben wir seit 20 Jahren!




BILDER HIER!!!

...und das sagt der Gegner:
Griffins wachen zu spät auf ...
Griffins vs. Sharks 16 : 26

Pünktlich zum Spielbeginn, vor großartiger Kulisse, öffnete der Himmel seine Schleusen und schien die Hausherren doch leicht zu verwirren.
Konnte man im ersten Drive noch ein Fieldgoal durch den gerade aus Irland zurück gekehrten Kris Seidel erzielen, lief anschließend nicht mehr viel zusammen.
Die Sharks aus Neubrandenburg bestimmten das Geschehen und kamen völlig verdient zu einer 26:3 Pausenführung.
Nach der Pause dann ein anderes Griffinsbild. Es wurde gekämpft und gerackert und man kam nach zweimal aufs Scoreboard.
Brandon Peebler vollendete gewohnt zuverlässig, was seine Teamkameraden vorbereitet hatten. (eine misslungene Two-point Conversion,
1 PAT Seidel gut). Leider misslangen auch 2 Onsidekicks, so dass die Sharks nicht mehr zu gefährden waren.
Gratulation nach Neubrandenburg zum Gewinn des MV-Bowls Teil 1 - das Rückspiel findet dann am 14.08. in der Tollensestadt statt.

GROßER Dank im Namen des Teams geht an die zahlreichen Zuschauer, die trotz des schlechten Wetters bis zum Schluss mitbangten.
Schade auch, dass der geplante Auftritt der Rostocker Cheerleader Baltic Predators buchstäblich ins Wasser fiel,
die Verletzungsgefahr für die 7. der diesjährigen Deutschen Meisterschaften wäre einfach zu groß gewesen... "

Jens Putzier